24.08.2020

Der Fußabdruck eines Burgers

Rindfleischburger

Wie ich bereits in einem anderen Artikel geschrieben habe, ist die Fleischproduktion sehr ressourcenintensiv. Sich weitestgehend vegetarisch oder sogar vegan zu ernähren ist deshalb eine gute Idee und verringert den eigenen ökologischen Fußabdruck. Doch wie schlecht ist beispielsweise ein Burger in der Realität?

Der Ressourcenbedarf von Rindfleisch

Bei der Produktion von Lebensmitteln werden verschiedene Treibhausgase freigesetzt, wie z.B. CO2 oder Methan. Der klimaschädliche Effekt dieser Gase wird in CO2-Äquivalenten gemessen. Ein sehr klimaschädliches Gas wie Methan entspricht beispielsweise dem Effekt von der 21-fachen Menge an CO2 [1].

Bei der Herstellung von Rindfleisch wird enorm viel solcher Gase freigesetzt: Pro Kilo sind dies 13,3 kg in CO2-Äquivalenten [2, S. 5]. Weiterhin wird eine Menge an Wasser benötigt, etwa 15.500 Liter. Das ist im Vergleich mit anderen Lebensmitteln extrem hoch. Besonders wenig Emissionen erzeugt Gemüse, insbesondere frisches.

Vergleich des Wasserbedarfs bei der Produktion von Lebensmitteln

Die meisten Menschen können sich jedoch unter 13,3 kg CO2-Äquivalenten nichts vorstellen. Es klingt zwar nach viel, aber es fehlt der Bezug zum echten Leben.

Was kostet mein Burger?

Ein durchschnittlicher Burger besteht zu etwa 180 Gramm aus Rindfleisch. Bei der Produktion fallen also etwa 2,4 kg CO2-Äquivalente an. Wie viel ist das? Die Emissionen eines Burgers entsprechen

  • 16,33 km mit dem Auto [3]
  • 74 km mit der Bahn (unter Berücksichtigung von Emissionen bei der Stromerzeugung) [3]
  • 10,43 km mit dem Flugzeug (Inlandsflug) [3]
  • 82,76 km mit einem Fernbus [3]
  • 12,06 kg Kartoffeln [2, S. 5]
  • 2,56 h lang Wasser kochen (bei 2 kW) [4, S. 10]

Was soll ich tun?

Das Vermeiden von Fleisch ist sicherlich eine gute Idee, ob es um Klimaschutz, Wasser sparen oder Tierwohl geht. Doch wenn man den tatsächlichen Umwelteinfluss betrachtet, sieht die Belastung durch Fleisch plötzlich erstaunlich gering aus.

Ein verantwortungsbewusster Konsum von Fleisch ist definitiv zu empfehlen - beispielsweise eine Limitierung auf eine fleischhaltige Mahlzeit in der Woche. Der Verzicht auf Flugreisen und der Umstieg vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel (oder gar auf komplett emissionsfreie Alternativen wie das Fahrrad) macht in der Summe jedoch einen enorm großen Anteil aus. Deshalb ist meine Empfehlung, hier die ersten Maßnahmen zu ergreifen.


Quellen:

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